Was ist Freiwillige Feuerwehr?

Bei der Aufforderung, selbst tätig zu werden, sind natürlich nur Bürger gemeint, die dazu auch die Möglichkeit haben. Sieht man nämlich von einem möglichen Engagement in DRK, JUH, ASB, MHD, THW, dem Kinderschutzbund, der Seelsorge und vielen anderen gemeinnützigen Vereinen und Organisationen ab, ist für das freiwillige Helfen bei Feuer, Unfall und Katze auf dem Baum neben viel Zeit und manchmal starken Nerven natürlich überhaupt eine Freiwillige Feuerwehr von Nöten. Bewohner einer Groß- oder kreisfreien Stadt haben manchmal eben diese nicht.

Neben den am weitesten Verbreiteten Freiwilligen Feuerwehren, gibt es nämlich noch drei weitere Typen von Feuerwehren in Deutschland:

Berufsfeuerwehren

Städte und Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern oder kreisfreie Städte, sowie Städte, die keine Freiwillige Feuerwehr aufgrund mangelnder Mitglieder haben, müssen eine Berufsfeuerwehr unterhalten. Diese wird von bezahlten, langjährig ausgebildeten, hauptberuflichen und fest angestellten Beamten gebildet. Ein Mitwirken engagierter Bürger funktioniert hier leider nicht oder nur bedingt. Ein Beispiel für Letzteres ist die Berliner Feuerwehr, deren Freiwillige Feuerwehren die Wachen der Berufsfeuerwehr bei Bedarf verstärken oder besetzen, wenn die bezahlten Kräfte bereits im Einsatz sind.

In Deutschland gibt es (Stand 2016) genau 105 Berufsfeuerwehren.

Werk- und Flughafenfeuerwehren

Dieser Typus ist selbsterklärend. Große Betriebe oder solche mit großen Gefahrenpotential (z. B. Chemiewerke) unterhalten oftmals eine betriebseigene Feuerwehr. Auch hier gibt es häufig freiwillige Strukturen, etwa bei Werkfeuerwehren, die durch Kräfte des Betriebes quasi nebenbei gestellt werden. Sie ähneln dann stark freiwilligen Feuerwehren. Aber auch hier gibt es hauptamtliche Kräfte, etwa bei Flughafenfeuerwehren ausschließlich, die dann eine Art firmeninterne Berufsfeuerwehr bilden.

In Deutschland gibt es (Stand 2016) genau 752 Werkfeuerwehren.

Pflichtfeuerwehren

Tritt der Fall ein, dass sich nicht genügend Freiwillige zur Stellung einer Freiwilligen Feuerwehr finden, kann eine Stadt oder Gemeinde entweder eine sehr teure Berufsfeuerwehr gründen oder seine Bürger – ähnlich dem Einzug zum Wehrdienst der Bundeswehr – dazu verpflichten, den Feuerwehrdienst zu leisten. Fähige Bürgerinnen und Bürger erhalten dann ein freundliches Schreiben von der Stadt- oder Gemeindeverwaltung und werden zum Dienst eingeladen. Wer dann keinen guten Grund vorbringen kann, ist von heute auf morgen Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann. Aber auch hierbei muss die Gemeinde ordentlich blechen und jede Pflichtstunde bei der Feuerwehr entlohnen. Das ist teuer und deshalb nur selten der Fall.

In Deutschland gibt es (Stand heute) vier Pflichtfeuerwehren.

Und schließlich: Freiwillige Feuerwehren

Das Hauptanliegen dieser Texte sind die Freiwilligen Feuerwehren. Schließlich ist sie die absolute Regel, doch das wissen nur die Wenigsten. Viele glauben, dass bei ganz schlimmen Bränden, schlimmen Unfällen oder schlimmen Katastrophen irgendeine Berufsfeuerwehr aus der nächstgelegenen Großstadt anrückt und uns Ehrenamtliche ablöst. Aber das stimmt nicht. Alle Aufgaben der Gefahrenabwehr, die weder Polizei (blaue oder grüne Uniform) noch Rettungsdienst (Notarzt, Notfallsanitäter & Co.) übernehmen, übernimmt einzig und allein die Freiwillige Feuerwehr. Das umfasst die klassischen Aufgabengebiete Löschen, Retten, Bergen und Schützen. Ganz egal, wie schlimm es ist, von der Katze auf dem Baum bis zum Waldbrand des Jahrhunderts oder zum Verkehrsunfall mit Eingeklemmten. Nach uns kommt keiner mehr.

Umso wichtiger ist es, dass genügend Freiwillige sich bereiterklären, im Notfall diese Hilfe zu leisten. Diese gehen im Alltag ihrer gewöhnlichen Tätigkeit nach, besuchen die Schule, studieren, arbeiten in ihren Betrieben, sind zuhause oder beim Einkauf. Sollte es zu einem Notfall kommen, begeben sie sich (wenn es ihnen gerade möglich ist) binnen Minuten zum Gerätehaus und verwandeln sich von jetzt auf gleich in Feuerwehrleute.

In Deutschland gibt es (Stand 2016) 22.853 Freiwillige Feuerwehren.

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