Stell Dir vor, es brennt – und keiner löscht. Nicht mit mir.

Auch dann, wenn draußen die Vögel zwitschern, wenn die Sonne vom Himmel scheint und die Luft über dem Boden zum Flimmern bringt; auch dann, wenn gerade der Eisverkäufer eine Kugel Vanille-Eis an Fritzchen verschenkt und dann, wenn Oma Friede die Blumen gießt, ist in der Welt nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Unfälle, sei es im Straßenverkehr oder zuhause, Brände und Feuer jeder Art oder schlichtweg Menschen in ausweglosen, lebensbedrohlichen Lagen gibt es zu jeder Zeit. Auch in diesem Moment. Jetzt. Aus diesem Grund habe ich mich schon vor einigen Jahren entschieden, ehrenamtlich Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr zu leisten.

Und damit bin ich nicht allein: Meine knapp 100 Kameradinnen und Kameraden und ich sind in unserer kleinen Stadt rund um die Uhr zur Stelle, wenn es nötig werden sollte. Und trotzdem werden es mit jedem Jahr weniger Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür entscheiden, mitzumachen. Deshalb berichte ich auf diesen Seite, wie ich zur Feuerwehr kam, über meine ersten und interessantesten Einsätze und einige kleine Exkurse über allerlei nützliches Fachwissen.

Feuerwehr ist ein Ehrenamt, aber nicht nur nebenbei und schnell erledigt. Es ist im Grunde genommen eine Berufung neben dem Beruf. Wer behauptet, er sei bloß dies oder das und nebenher Feuerwehrmann, sagt nicht ganz die Wahrheit. Es ist eher anders herum: Man ist ununterbrochen Feuerwehrmann, quasi hauptberuflich, aber unbezahlt. Man ist immer im Dienst. Jeden Tag Früh-, Spät- und Nachtschicht. Es gibt eben nur den Unterschied, dass man nicht auf der Wache wartet, sondern nebenher sich noch sein Geld verdienen muss. Kommt es aber doch zum Einsatz, ist man mit all seinen Kameraden binnen weniger Minuten am Gerätehaus und legt los; ganz so, als habe man auf nichts anderes gewartet. Dienst im Rhythmus 24/7.

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